Sankt Petersburg zählt als die kulturelle Hauptstadt Russlands und auch die Stadt der Museen und Theater. Doch nicht nur das. In Sankt Petersburg gibt es auch viele kreative Räume und moderne Projekte, die den Geist der heutigen Zeit widerspiegeln.

Ein paar dieser Räume, die man bei einem Besuch von Sankt Petersburg unbedingt gesehen und erlebt haben muss, werden kurz vorgestellt.

Golitsyn Loft

Golitsyn Loft wurde 2018 am Ufer der Fontanka in der ehemaligen Residenz des XVIII. Jahrhunderts gegründet. Das Loft bietet Raum für etwa 70 verschiedene Betriebe, deren Projekte sehr vielschichtig sind: Designerläden und Showrooms, Architekturwerkstätten, Friseursalons, Sportabteilungen, Kapselhotel, Fantasy-Theater, Galerie für moderne Kunst, Poesie-Studio und auch einige Tattoo-Studios finden hier Platz. Den Besucherstrom stellen jedoch Cafés, Bars und Restaurants dar, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Das Golitsyn Loft ist der ideale Ort, um die Atmosphäre von Sankt Petersburg des XVIII Jahrhunderts zu spüren und eine Tasse Kaffee zu genießen.

Ende der 1810er Jahre lebten die Brüder Turgenev im dritten Stock des Gebäudes und A. S. Puschkin war dort oft zum Besuch. Die Legende besagt, dass der große Dichter hier die Ode „Freiheit“ schrieb. Es ist außerdem bekannt, dass in der Residenz die Treffen der literarischen Gesellschaft „Arzamas“ stattfanden. Später wurde das Haus verwüstet, und erst im XXI. Jahrhundert wieder aufgebaut.

New Holland Island (Novaya Golandia)

New Holland (zu Deutsch Neu-Holland) ist eine künstliche Insel, die 1719 zwischen der Newa und Moyka entstand. Die dreieckige Insel erhielt ihren Namen nach einer Reihe von Kanälen und Schiffbauanlagen, die vom Aussehen an Amsterdam erinnerten. Die Insel wurde ursprünglich für die Lagerung von Holz gebaut. Peter der Große nutzte jedoch später die Gelegenheit, um dort einen Marinehafen mit einem Holzpalast für seinen eigenen Gebrauch zu errichten. Im Jahr 1821 wurde er zum ersten Militärhafen des Landes.

Nach der Russischen Revolution gerieten die Gebäude der New Holland Island aus dem 18. Jahrhundert in Vergessenheit. Zwischen 1918 und 2004 wurde es von der Armee als Anlage für gemischte Zwecke gebraucht. Heute gibt es auf dem New Holland Island viele nette Cafés und Restaurants und ein reichhaltiges Kulturprogramm wie Musikkonzerte oder Festivals. Rund ums Wasser gibt es eine Liegewiese mit Stühlen, einen Spielplatz und einen kleinen botanischen Garten.

Sevkabel Port

Sevkabel Port ist eine ehemalige Siemens & Halske Fabrik aus dem 19. Jahrhundert auf der Wassiljewski-Insel. Sie wurde in den letzten Jahren neu belebt und gilt heute als einer der modernsten Kreativräume Sankt Petersburgs.

Die wichtigste Errungenschaft des Projekts ist der Damm mit dem Blick auf den Finnischen Meerbusen. Im Jahr 2017 wurde in den früheren Holzkabeltrommeln-Räumen ein Event-Raum gestaltet.  Der Raum ist für verschiedene Veranstaltungen konzipiert – von Ausstellungen und Konzerten bis hin zu Vorträgen und Festivals. Neben diesem Veranstaltungsort gibt es außerdem auch einen Food-Court. Die Besucher können wählen zwischen einem Restaurant mit judischer Küche „Easy Hummus“, einem Burger-Restaurant, dem Café „Hallo, Brussel“, das für seine belgischen Waffeln bekannt ist und „Fish and Chips“ die in einem Fisch Street Food Laden verkauft werden.

Sevkabel Port entwickelt sich aktiv immer weiter. Zum Beispiel sind ein Sommerkonzertsaal und ein Skatepark auf dem Dach des Gebäudes geplant bzw. befinden sich bereits im Aufbau. Im Erdgeschoss entsteht ein entweder naturwissenschaftliches oder technisches Museum.

Loft Etazhi

Das „Loft Etazhi“ ist ein multifunktionaler Kunstraum auf insgesamt fünf Etagen – das erste Ausstellungsprojekt seiner Art in St. Petersburg. Es wurde 2007 auf dem Platz einer ehemaligen Bäckerei eröffnet.

Die Autoren des Projekts, die Brüder Arkhipenko, haben die Elemente der industriellen Vergangenheit bewahrt und dem Innenraum antike Möbel und Glasböden hinzugefügt. Auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern gibt es heute zwei Galerien für moderne Kunst, vier Ausstellungsräume, ein Kaffeehaus, eine Aussichtsplattform und ein Hostel.

In dem Loft finden verschiedene Vorträge über Kunst und Design, Filmvorführungen, Theateraufführungen, Meisterkurse, soziale Projekte und natürlich auch Ausstellungen statt.

Street Art Museum

Das Street Art Museum ist ein einzigartiges Kunstgebiet, das Galeriefläche, Straßenkultur und Industrieästhetik vereint. Das Museum wurde 2012 gegründet. Ende 2014 wurde der Industrieboden mit den Werken berühmter Meister – Cyril Who und Timofey Radi, Nikita Nomerz und dem spanischen Designer Escif – dekoriert. Jedes Jahr wächst die Zahl der verschiedenen Arbeiten im Stil von Street Art, Video Art und 3D Mapping.

Das Konzept der Straßenkunst ist ein Dialog zwischen dem Autor und der Straße: Der Meister ist nicht bloß auf Graffiti beschränkt – die Arbeiten umfassen auch Schablonen und Installationen, Aufkleber und Straßenmusiker.